Dresden in der Nacht

In einer lauen Sommernacht, im Jahr 2014, führte uns die Suche nach "dem Bild" in die Landeshauptstadt Dresden. Unser eigentliches Ziel war das weltberühmte Panorama der Altstadt von Dresden vom rechten Elbufer aus, der sogenannte Canaletto-Blick. Dieses Bild schuf einst der venezianische Maler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto, im Jahre 1748. Er war bekannt für seine realistischen und wirklichkeitsgetreuen Bilder von Städten. Aber wie es im Leben oft ist, ändern sich viele Pläne kurzfristig und es müssen schnell neue Entscheidungen getroffen werden. Aufgrund des gut besuchten Roland Kaiser Konzertes, bei den Filmnächten, fanden wir ironischerweise in der Neustadt keinen Parkplatz.

Deshalb blieb der Canaletto-Blick im Sonnenuntergang für uns an diesem Abend verwehrt. Kurzerhand entschlossen wir uns, Dresden von oben zu fotografieren. Wir entschieden uns für einen Spot oberhalb der Loschwitzer Brücke, an der Bergstation der Schwebebahn. Das Blaue Wunder, unter welchem Namen die Brücke eher bekannt ist, wurde 1893 als fünfte Dresdner Elbbrücke fertiggestellt. Seitdem überstand sie jegliche Katastrophen unbeschadet. Wir genossen die letzten Strahlen der untergehenden Sonne und beobachteten, wie die Stadt sich wandelte und nach und nach zur Ruhe kam. Mit zunehmender Dunkelheit und dem Aufleuchten der Straßenlaterne bereiteten wir uns vor. Wir postierten uns ein Stück neben der Bergstation auf einer freien Wiese. In der Luft war auf Grund der Wärme eine Spannung zu spüren. Die Luft knisterte und flimmerte über der Stadt. In der Ferne sah man das herannahende Gewitter. Die Blitze zuckten und man konnte schemenhaft die gewaltigen Gewitterwolken erahnen. Es war atemberaubend, dem Naturschauspiel zu folgen. Gewitter sind eine gefährliche Naturgewalt, aber auch eine sehr faszinierende. Als das Donnergrollen näher kam und es zu regnen begann, packten wir unsere Kameras ein. Wir suchten Schutz unter einem Sonnenschirm und beobachteten die Naturgewalten von der Aussichtsterrasse aus weiter.

Nach einer Weile verließen wir den Spot und zogen weiter Richtung Altstadt. Unser Ziel war der Altmarkt und die Frauenkirche. Die Frauenkirche ist ein Sinnbild für die Ereignisse am 13. Februar 1945 und für den Wiederaufbau Dresdens. Seit 2005 erstrahlt sie wieder in voller Schönheit und erhebt sich majestätisch und weit sichtbar über der Altstadt Dresdens. Möge nicht in Vergessenheit geraten, was damals passierte, damit man es in der Zukunft besser machen kann. Wir suchten einen geeigneten Platz und schossen ein paar Fotos. Interessanterweise waren wir nicht die Einzigen, die die Schönheit der Frauenkirche festhalten wollten. Zahlreiche Fotografen postierten sich und knipsen ihre persönlichen Andenken. Als der Regen aber uns auch dort einholte, beendeten wir unsere Tour und traten den Heimweg an. Das Gewitter verfolgte uns und wir blickten immer wieder zurück. Die große Frage war, ob wir noch Blitze fotografieren können. In Meißen angekommen, dauerte es nicht lang und das Donnern kam näher. Als das Gewitter schlagartig Meißen erreichte, ergriff Georg die Chance, endlich sein langersehntes Blitzfoto über der Albrechtsburg Meißen zu schießen. Er postierte sich an der Elbe und wartete gespannt. Als er die Hoffnung schon aufgeben wollte und sein Equipment zusammenpackte, drückte er noch ein allerletztes Mal auf den Auslöser. In diesem Moment zuckte ein Blitz direkt neben der Burg über den Himmel. Er konnte es nicht fassen und seine Freude war riesengroß, nach so vielen Jahren endlich dieses Foto im Kasten zu haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten endete diese Tour sehr erfolgreich und wir erinnern uns gern daran zurück.

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