Bastei in einer kalten Herbstnacht

An einem kalten aber dafür sternenklaren Samstagabend zog es uns wieder einmal in die Natur zum Fotografieren. Bereits einige Tage zuvor begannen die Planungen für eine etwas größere Tour. Wir wollten zusammen mit unserem Freund Silvio, von Add.Vertical Drone Service and Photography, und seinem Bruder die Nacht in der Sächsischen Schweiz verbringen. Aussichten und Gipfel um endlich wieder die Sterne, die Milchstraße und einen schönen Sonnenaufgang zu beobachten gibt es im Elbsandsteingebirge genügend. Wir entschieden uns für die Bastei, da dort einige interessante Spots zu finden sind. So werden die Bilder von uns nicht alle gleich und jeder kann seiner Kreativität freien Lauf lassen.

 

Die Bastei ist eine Felsformation, etwa 194 m über der Elbe gelegen und bietet einen herrlichen Blick in die weiten des Elbtales. Unterhalb des Felsens liegt der Kurort Rathen, von wo aus die Bastei per Wanderung über die legendären “Schwedenlöcher“ erklommen werden kann. Über die Basteibrücke kann die Felsenburg Neurathen, die größte Felsenburg der Sächsischen Schweiz, erreicht werden. Auf einem Rundgang durch die Sandsteine können die Überreste der Burganlage, wie z. B. aus dem Felsen gehauene Räume, eine Zisterne oder eine rekonstruierte Steinschleuder, besichtigt werden.

Gegen 23 Uhr starteten wir, dick eingepackt, unsere rund 100 Kilometer lange Reise. Mit im Gepäck hatten wir neben unserer Ausrüstung viel warmen Tee, hohe Erwartungen und sehr gute Laune. Das Feeling vom Urlaub flammte wieder in uns auf. Pünktlich 0 Uhr erreichten wir den obersten Parkplatz kurz vor der Aussicht, parkten das Auto und warteten auf den Rest der Truppe. Kurze Zeit später liefen wir top motiviert in Richtung der großen Aussichtsplattform. Der Himmel war leider noch von einem dünnen Wolkenschleier verhangen. Also nutzten wir die Zeit und erkundeten die Umgebung. Auf einer weiter unten liegenden Aussicht legten wir die erste längere Fotosession ein, da wir bemerkten, dass der Himmel zunehmend aufklarte. Im Zuge der fortschreitenden Nacht wurde der Himmel sternenklar und es würde spürbar immer kälter. Wir versuchten, die Landschaft mit den zahlreichen Sternenkonstellationen zu kombinieren, daher wechselten wir mehrmals den Standpunkt. Im späteren Verlauf war der Himmel über uns so klar, dass wir mit dem bloßen Auge den Orionnebel sehen konnte. Dies wollten wir unbedingt auf den Chip unsere Kameras festhalten. Die meiste Zeit verbrachten wir auf der Aussichtsplattform. Georg und Marco beobachteten im Hinblick auf den Sonnenaufgang etwas kritisch die Wolken am Horizont und den aufziehenden Nebel, während Silvio und sein Bruder versuchten, die Sterne einzufangen. Da uns die Kälte immer mehr in die Glieder kroch und wir teilweise unsere Beine nicht mehr spürten, verbrachten wir einige Zeit mit Aufwärmübungen. Eigentlich wollten alle nur noch ins Warme. Doch es wartete ein Sonnenaufgang auf uns. Also harrten wir eisern aus, bis es soweit war.

Gegen Ende der Nacht herrschte zu unserer starken Verwunderung ein reges Kommen und Gehen auf der Bastei. Als sich der Sonnenaufgang immer mehr näherte, wurde das Getümmel immer größer und teilweise waren 20 und mehr Fotografen auf der Aussichtsplattform zu zählen. Da wir ja immer auf der Suche nach DEM Foto sind, mögen wir solche Ansammlungen nicht. Wir finden dann fotografiert jeder das gleiche Bild . Als es soweit war, teilten wir uns auf. Marco lief mit seiner Kamera ein Stück nach unten in Richtung der Basteibrücke und suchte dort einen passenden Standort. Fast jeder Punkt war ausgefüllt mit Kameras und Stativen. Nach einigen Suchen fand er auf der Aussicht, die wir bereits im Verlaufe der Nacht besuchten, seinen Spot. Die Fotografen um ihn herum blickten alle Richtung Basteibrücke, doch Marco interessierte sich vielmehr für die schroffen Felsen vor ihm und den Blick ins Tal.

Auch Georg suchte sich weiter oben einen nicht so überlaufenden Spot und probierte bei dieser Gelegenheit gleich sein neues Verlaufsfilterset aus. Fazit dazu: Absolut genial :D. Um den Vordergrund zu betonen, nutzte er die zahlreichen Bäume auf dem Basteiplateau. Als dann die Sonne den piek erreichte und uns die ersten Sonnenstrahlen trafen, merkten wie sofort die Wärme, die uns erreichte. Nach dieser kalten Nacht war das einfach nur ein tolles Gefühl. Aber da wir ja den Sonnenaufgang fotografieren wollten, blieb uns keine Zeit, um in der Sonne zu faulenzen. Alle fingen an den Auslöser zu betätigen und machten ein Foto nach dem anderen. Das wunderschöne Licht der Goldenen Stunde tauchte den uns umgebenen Sandstein in eine sehr warme Farbe und er begann, regelrecht zu leuchten. Rund eine Stunde nach Sonnenaufgang liefen wir wieder zu den Autos zurück und verstauten unser Material in den Kofferräumen. Jeder von uns merkte die vergangenen acht Stunden in seinen Knochen. Wir waren alle müde und durchgefroren, aber wir waren auch glücklich über die schönen Fotos und den vielen Spaß. Die Planungen für die nächste Fototour sind bereits gestartet und wir freuen uns sehr darauf. 

 

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