Roadtrip

Nach dem ersten großen Fotourlaub im August 2015 packte uns ein wenig das Reisefieber. Wir möchten sehr gern viele schöne Orte der Welt entdecken und Momente mit unseren Kameras für die Ewigkeit festhalten. Aus diesem Grund entstanden frühzeitig die Planungen für eine weitere Fotoreise im Frühjahr 2017.

Nach einigen Überlegungen fiel die Entscheidung auf den Schwarzwald. Unser Plan sah vor, den winterlich verschneiten Nationalpark mit all seinen wunderschönen und abwechslungsreichen Facetten in Bildern zu verewigen. Allerdings zwangen uns die Wetteraussichten, diesen Plan noch zu verschieben, da kein Neuschnee angesagt bzw. der viele Schnee schon im Januar gefallen war. Nichtsdestotrotz starteten wir voller Motivation und mit einer langen Liste von potenziellen und gleichzeitig genialen Spots im Gepäck am Samstag (25.02.2017) gegen 2.00 Uhr in Richtung Baden Württemberg. Nach einer entspannten und gemütlichen Fahrt über die leere Autobahn erreichten wir kurz nach 7.00 Uhr unsere “Basis“ für die kommenden Tage, die Stadt Wildberg im Nagoldtal. Die Stadt liegt mit ihren vier Stadtteilen Effringen, Gültlingen, Sulz am Eck und Schönbronn in landschaftlich reizvoller Lage an einem von der Nagold umflossenen Berghang. Sie ist eine der drei Schäferlaufstädte in Baden-Württemberg und bietet ihren Gästen Erholung, Kultur, eine erstaunliche Naturvielfalt sowie eine hervorragende Gastronomie.

 

Zu unserer großen Freude begann der Fotourlaub gleich mit einem wunderschönen Sonnenaufgang. Über Nacht war es recht kalt im Schwarzwald, sodass sämtliche Wiesen mit Reif bedeckt waren. In einigen Tälern, so auch dem Nagoldtal, hing tief der Nebel. Natürlich mussten wir diesen Anblick mit der Kamera festhalten, es juckte schon in den Fingern. Oberhalb von Effringen, auf der Straße in Richtung Rotfelden, entdeckten wir unweit eines kleinen Feldweges eine von Bäumen umgebene Hütte mitten auf der grünen Wiese. Die goldene Stunde erleuchtete die gesamte Natur in ihrem goldenen Licht. Jeder von uns war in seiner eigenen Welt und genoss das Erlebte. Es war einfach der perfekte Start in den Urlaub und sollte ein gutes Omen sein. Nach dem alle Bilder im Kasten waren fuhren wir in Richtung “Basislager“ und packten das Gepäck aus. Doch das sonnige und wolkenfreie Wetter lud uns quasi ein weiter den Schwarzwald zu erkunden und Fotos zu schießen. Wildberg liegt unweit der Schwarzwaldhochstraße. Da uns das Terrain entlang der B500 vertraut ist und wir einige schöne Spots dort kennen, fuhren wir umgehend in Richtung Freudenstadt und B500. Die Panoramastraße liegt nochmals um einige Meter höher als die Stadt Wildberg. Dadurch kamen wir in den Genuss, neben dem Reif noch etwas Schnee zu erblicken. Unseren ersten Stopp legten wir in Kniebis ein, um den Elbbachseeblick aufzusuchen. Die Aussicht kennen wir schon von unserem letzten Urlaub und wir wollten unbedingt den Anblick mit Reif, etwas Schnee und sehr guten Sichtverhältnisse ablichten. Also stapften wir voll motiviert ungefähr 30 Minuten durch den Schnee zur Aussichtsplattform. Auf dem Weg 

schien immer wieder die Sonne durch die Baumkronen. Dadurch hielten wir einige Male inne, um Fotos zu schießen bzw. einfach nur die Luft und die Ruhe zu genießen. Erstaunlicherweise fühlte es sich nicht so an, dass wir im Urlaub sind, sondern für uns war es als würden wir nach Hause kommen. Angekommen an der Aussicht wurden wir nicht enttäuscht, der optimale Spot für Fotos. Die Sonne schien uns in den Rücken. Vor uns lag ruhig das öffnende Tal, dazu eine wunderbare klare Fernsicht. Überall in den Bäumen konnten wir das Wechselspiel aus Licht und Schatten betrachten. Im Talkessel lag noch etwas Schnee und in schattigen Gebieten war auch noch der morgendliche Reif erkennbar. Zusammengefasst war es Schwarzwald pur, so wie wir ihn uns vorstellen und vor allem lieben. Wir hielten uns nicht lange mit großen Reden auf, sondern packten die Kameras aus und legten los. Jeder hatte sein Motiv vor Augen. Georg nutzte wieder einmal sein geniales Weitwinkelobjektiv und Marco begann mit seinen geliebten Panoramen. Jeder von uns versank wieder in seine eigene Welt und vergaß alles um sich herum.

Nach einiger Zeit und zahlreichen Bildern setzten wir die Fahrt in Richtung Schwarzwaldhochstraße fort. Da die Sonne zum Mittag hin keine optimalen Bedingungen mehr bot, nutzten wir die Zeit, um die B500 weiter in Richtung Baden-Baden zu erkunden. Bisher kannten wir sie nur bis zur Hornisgrinde und dem Mummelsee. Allerdings zeigte sich, dass die Straße ab dem Mummelsee nicht mehr so geniale Fernsichten bietet, wie im ersten Teilstück. Die Straße schlängelt sich inmitten hoher und dicht gelegener Bäume in Richtung Baden-Baden. Es sind direkt an der Schwarzwaldhochstraße nur noch selten freie Talblicke zu finden. Dennoch konnten wir immer wieder durch die Bäume hindurch kurze Blicke auf die malerische Landschaft erhaschen. Nach einer größeren Mittagspause in Baden-Baden traten wir im späteren Tagesverlauf die Rückfahrt an. Auf dem Hinweg stießen wir auf ein Hinweisschild zum Geroldsauer Wasserfall. Bei dem Wort Wasserfall wurden wir natürlich sofort hellhörig. Nach kurzem Check im Internet waren wir interessiert, ihn mit eigenen Augen zu bestaunen. Der Wanderweg zum Wasserfall führt etwa 1,5 Kilometer entlang des Grobbachs durch einen idyllischen Wald. Immer wieder liegen runde mossbedeckte eiszeitliche Findlinge im klaren Wasser, die zusammen mit der durch die Baumkronen scheinenden Sonne schöne Bildmotive bilden.

Am Ende des Wanderweges stürzt der Grobbach über eine 9 Meter hohe Stufe des Bühlertal-Granites in einen weit geöffneten Kessel. Besonders schön wird der Besuch in der Blütezeit des Rhododendrons von Anfang Mai bis Juni, denn dutzende von blühenden Rhododendren-Büschen geben dem Wasserfall jetzt die gebührende Umrahmung. Am Wasserfall angekommen, verschafften wir uns erst einmal einen Überblick und suchten einen geeigneten Spot. Problematisch war, dass die eigentliche Fallstufe sehr weit im Gestein liegt und das Becken des Wasserfalles sehr ruhig und vor allem recht groß ist. Somit war es für uns schwierig, den Vordergrund einladend zu gestalten. Nach einiger Zeit fiel uns eine weitere kleinere Fallstufe ins Auge, die durch einen umgestürzten Baum und einem Felsvorsprung gebildet wurde. Um zum Felsen zu gelangen mussten wir etwas durch das unwegsame Gelände klettern, doch das hielt uns nicht auf. Wir wollten unbedingt zu diesem Standort, da wir wieder ein festes Bild im Kopf hatten. Als wir am mossbedeckten Felsen ankamen, verdeutlichte sich, dass dies der geeignete Ort war. Mit Hilfe von Georgs Weitwinkelobjektiv konnten wir wunderbar beide Fallstufen, das Becken und den moosbedeckten Felsvorsprung in einem Bild zusammenfügen. Allerdings war hierfür die Positionierung der Kamera direkt an der rutschigen Felskante nötig. Also teilten wir die Aufgaben auf. Georg kümmerte sich um die Kamera und deren Einstellungen, Marco hingegen sicherte das Stativ, damit es im Ernstfall nicht ins Wasser abrutschte. Nach einigen Minuten in unbequemen Körperhaltungen, für uns aber nix Neues, war das Bild im Kasten und wir waren überglücklich. Die Mühen lohnten sich definitiv, denn das Ergebnis überzeugte uns vollkommen.

Total müde und platt von dem langen, aber dennoch erfolgreichen Tag, fuhren wir am späten Nachmittag in Richtung Wildberg. Wir mussten noch den Kühlschrank für die nächsten Tage füllen. Für den ersten Tag konnten wir schon sehr viele schöne Momente mit unseren Kameras festhalten und erleben. Der kurze Check der Wetterdaten zeigte für den Sonntagmorgen eine geschlossene Wolkendecke voraus, sodass wir in Ruhe ausschlafen konnten.

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Der nächste Tag begann für uns nach einer ausgiebigen Mütze Schlaf in der neunten Stunde. Das Wetter war trist und grau, wie vorhergesagt. Doch das störte uns nur wenig. Denn so konnten wir in Ruhe für alle gesuchten Spots die Wetterdaten checken und konkrete Tagesplanungen erstellen. Uns ging es vor allem darum herauszufinden, welche Tageszeit für den jeweiligen Ort am besten ist bzw. was noch für interessante Motive in der Umgebung zu finden sind. Teilweise wollten wir über 300 Kilometer weit fahren, um beispielsweise die Burg Eltz in Rheinland Pfalz, abzulichten. Diese Strecken mussten sich natürlich lohnen. Eigentlich sollte ja das Schloss Neuschwanstein unser Highlight werden, doch diesen Plan strichen wir sehr schnell aufgrund von Baumaßnahmen am Schloss. Das Baugerüst stört zu sehr das Bild, aber sämtliche Fotolocations in Hohenschwangau sind für die nächste Tour notiert ;).

Während des Sachsenderbys zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue klarte das Wetter immer mehr auf. Die Wolkendecke lichtete sich und die Sonne kam zum Vorschein. Aus diesem Grund begann für uns die Suche nach einer geeigneten Fotolocation. Wir entschieden uns für den vertrauten Bauernkopf mit dem schönen Renchtalblick. Die Aussicht befindet sich nahe der Alexanderschanze an der Schwarzwaldhochstraße. Laut der App Sun Surveyor sollte die Sonne kurz nach 18.00 Uhr direkt hinter dem Renchtal untergehen. Dieser Fakt machte uns sehr neugierig, da wir die Aussicht ja schon kannten. Nach einem knapp 30 minütigen Fußmarsch, von einem nahegelegenen Parkplatz aus, erreichten wir den Bauernkopf gegen 17.00 Uhr. Wieder einmal fanden wir wettertechnisch optimale Bedingungen vor. Es war keine Wolke in Sicht, strahlend blauer Himmel. Zudem konnten wir weit in die Ferne, bis hin zu den Vogesen schauen. Es lag zwar etwas Dunst über der Landschaft, aber im Vergleich zum letzten Besuch sahen wir deutlich mehr von der Rheinebene. Als die goldene Stunde begann fotografierten wir ein Bild nach dem anderen. Georg verschwand wieder frühzeitig mit seiner Ausrüstung im Unterholz und es konnte anhand des Raschelns nur noch erahnt werden, wo er sich gerade befand. Er wollte unbedingt seine Bildidee mit der untergehende Sonne hinter dem Tal fotografieren. Marco wechselte zwischen Felsvorsprung und Unterholz, um verschiedene Motive einzufangen. Sein Ziel war es, die vielen Täler des Schwarzwaldes, die in der Ferne sichtbar waren, eindrucksvoll in Szene zu setzen. Wir genossen wieder einmal jeden Augenblick des eindrucksvollen Naturschauspieles. Als zur blauen Stunde im Tal die vielen kleinen Lichter angingen, entdeckten wir die beleuchtete St. Anna Kapelle auf dem Dollenberg. Da wir ausgeruht waren, fuhren wir in Richtung der Hotelanlage, um vor Ort die Gegebenheiten zu checken. Leider konnten wir die Kapelle nicht zufriedenstellend mit dem sternenklaren Himmel in Szene setzen. Aber dafür gefiel uns der Anblick des beleuchteten Hotels, sodass die Fahrt nicht gänzlich um sonst war.

Gegen 22.00 Uhr waren wir zurück im Basislager und genossen unser wohlverdientes Abendbrot. Auch wenn der Tag eher grau begann, war er am Ende doch ein voller Erfolg, denn wir hatten von der Planung her alles Richtig gemacht. Die Wetterprognose für den nächsten Morgen und Tag waren sehr vielversprechend, sodass wir uns schnell entschieden, die erste größere Tour für den Sonnenaufgang in Angriff zu nehmen.

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Der Montagmorgen begann für uns recht früh gegen 04.30 Uhr. Für den heutigen Sonnenaufgang planten wir, die erste Burg von unserer Liste zu besuchen. Eine halbe Stunde später starteten wir die knapp 70 Kilometer weite Reise in Richtung Albstadt und der Burg Hohenzollern. Wettertechnisch herrschten wieder optimale Bedingungen für Landschaftsfotos. Durch den wolkenfreien Himmel war es recht kühl und klar. Wir hofften sogar auf etwas aufsteigenden Nebel durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit. Allerdings erfüllte sich dieser Wunsch nicht. Ungefähr 6.15 Uhr erreichten wir unseren Wanderausgangspunkt nahe des Zellerhorns, das Berghotel Zollersteighof. Das 1,4 Kilometer entfernte Zellerhorn und die darunter liegende Zellerhornwiese bieten ein atemberaubendes Panorama über die Zollernalb und auf die Burg Hohenzollern. Die Gipfelburg thront majestätisch auf dem 855 Meter hohen isolierten Bergkegel des Hohenzollern. Er ist ein Zeugenberg, dem Trauf der Schwäbischen Alb vorgelagert und ist auch namensgebend für die geografische Region der Zollernalb. Das Bauwerk, das fast die ganze Bergkuppe bedeckt, besteht hauptsächlich aus vier Elementen: den Befestigungsanlagen, dem Schlossgebäude, den Kapellen und dem Burggarten. In der Vergangenheit wurde sie insgesamt dreimal aufgebaut. Das heutige Erscheinungsbild wurde nach einer Restauration bzw. Neuaufbau 1867 vollendet und eingeweiht. Die Burg Hohenzollern ist die Stammburg des Fürstengeschlechts und ehemals regierenden preußischen Königs- und deutschen Kaiserhauses der Hohenzollern.

Nach kurzer Wanderung erreichten wir die Aussicht eine halbe Stunde vor dem Sonnenaufgang, also mitten in der blauen Stunde. Die Rahmenbedingungen waren perfekt. Die Sonne ging seitlich hinter uns auf und sollte die Burg wunderschön erleuchten. Vor uns lag die weitgeöffnete Ebene der Zollernalb und direkt vor uns die majestätische Burg Hohenzollern. Die Sichtverhältnisse waren außerordentlich gut, wir konnten sogar die Alpen erahnen. Georg positionierte sich etwas Abseits und nutzte das geliehene Teleobjektiv um Detailaufnahmen der Burg in der goldenen Stunde festzuhalten. Vielen Dank an die freundliche Besitzerin des Objektives, es hat uns sehr geholfen :). Marco hingegen schoss wieder einige Panoramaaufnahmen des Blickes über die Ebene. Nach dem Aufbau und Einrichten der Kameras warteten wir gespannt auf die ersten Sonnenstrahlen. Zu unserem Erstaunen leuchtete die Burg bereits zur blauen Stunde, da die helle Fassade bereits das erste Sonnenlicht erreichte. Als die Sonne über den Horizont schien und die ersten Sonnenstrahlen die Ebene in goldenes Licht tauchten, begann ein wunderschönes Schauspiel aus Licht und Farben. Wir konnten richtig beobachten wie die Sonne Stück für Stück das Land eroberte und zu guter Letzt die Burg Hohenzollern anstrahlte. Im Sonnenschein wirkte sie um einiges majestätischer und prächtiger. Jeder von uns genoss den einmaligen Anblick und die Auslöser der Kameras klickten ohne Ende. Für uns war es ein perfekter Sonnenaufgang und genialer Start in den Tag. Wir blieben noch eine Weile und schossen das Eine oder Andere “Hinter den Kulissen“ Bildern. Nur langsam wollten wir den Spot verlassen, aber der Hunger wurde am Ende doch zu groß und wir verstauten das Equipment. Zudem schoben sich auch immer wieder Wolken vor die Sonne.

Während des Frühstückes in Albstadt begannen wir mit der weiteren Tagesplanung. Der Sonnenaufgang war im Kasten und die Wetteraussichten blieben vielversprechend. Also war die Frage wohin zum Sonnenuntergang bzw. am Tage? Marco ging im Kopf die erstellte Liste durch und blieb immer wieder bei einer bestimmten Location hängen. Für den Sonnenuntergang war eigentlich der Rheinfall in Schaffhausen der geeignetste Ort zum Fotografieren. Allerdings beträgt die Distanz in die Schweiz etwa 150 Kilometer. Lustigerweiße störte Georg die Fahrtstrecke überhaupt nicht, sondern er überlegte sofort, wann wir spätestens starten mussten. Wir mussten beide lachen und der Plan für den Tag stand. Auf der Rückfahrt nach Wildberg konnten wir immer wieder auf die Burg Hohenzollern blicken, da sie hoch über der Ebene thront. Der Anblick ist einfach majestätisch und wird bei uns fest in Erinnerung bleiben. Aufgrund solcher Momente verstanden wir warum zum einen die Burg dort errichtet wurde und zum anderen warum sie insgesamt dreimal komplett aufgebaut wurde.

Nach ausgiebiger Mittagspause verbunden mit einem kurzen Powernapping starteten wir pünktlich 14.00 Uhr in Richtung Schweiz. Wir nahmen die gleiche Route wie Marco sie bereits im letzten Jahr mit seinem Bruder gefahren ist. Diese Strecke führt nicht über die Autobahn, sondern durch die wunderschöne Landschaft Baden Württembergs und der Schweiz. Die Sonne lachte, unsere Laune war hervorragend und wir erreichten überpünktlich gegen 16.00 Uhr Schaffhausen. Auf dem Weg konnten wir sogar vereinzelt Blicke auf die schneebedeckten Alpengipfel erhaschen. Da noch etwas Luft bis zum Sonnenuntergang war und Georg ein großer Uhrenfan ist, nutzten wir die Zeit und besuchten das Werk bzw. das Museum von IWC Schaffhausen. Doch die Gier nach schönen Fotos war größer und so blieben wir nicht lange vor Ort. Georg wollte endlich auch den Rheinfall mit eigenen Augen sehen und erleben. Pünktlich zu Beginn der goldenen Stunden erreichten wir das Naturschauspiel. Zur großen Verwunderung von Marco floss doch viel weniger Wasser den Rheinfall hinunter als erwartet. Im Sommer letzten Jahres erlebte er ja die tosenden und zu gleich beeindruckende Kraft des Wasserfalles. Jetzt wirkte er eher unscheinbar, dennoch nicht minder beeindruckend. Es war immer noch ein schöner Anblick, denn wir konnten jetzt sehr viele kleine Details und feine Strukturen im Verlauf entdecken.

Zu erst liefen wir vom Parkplatz hinab zum großen Becken des Wasserfalles. Da zu dieser Jahreszeit der Tourismus eingestellt ist, war die Promenade wie leer gefegt. Sämtliche Fährboote waren verschwunden, keine Imbisse offen und nur wenige Schaulustige unterwegs. Dadurch konnten wir den Aufenthalt am Wasser richtig und ausgiebig genießen. Während wir die Promenade entlang schlenderten, erzählte Marco ein wenig über seinen vergangenen Besuch und seine damaligen Spots. Georg hatte aber bereits wieder ein festes Bild im Kopf und suchte eifrig nach einer erhöhten Plattform, von der wir von oben auf den Wasserfall hinabschauen konnten. Da der Rheinfall in einem Talkessel liegt, wurden wir schnell fündig und liefen zielstrebig dort hin. Wir trafen genau zur richtigen Zeit ein. Die goldene Stunde erreichte ihren Höhepunkt und die letzten Sonnenstrahlen fielen über die Talhänge hinunter zum Wasser und den Felsen der Fallstufe. Alles erstrahlte wunderschön golden und die Auslöser klickten ohne Pause. Georg konnte dank seines Weitwinkelobjektives ohne Probleme den gesamten Talkessel in Szene setzen und fotografierte so sein gewünschtes Bild vom Rheinfall. Marco schoss Einzelfotos, die dann mit Hilfe von Photoshop zu einem Weitwinkelbild zusammengefügt werden. Von den äußeren Bedingungen her war alles perfekt. Der Himmel war komplett wolkenfrei, auch verschwand die untergehende Sonne am Horizont nicht im Dunst. Aus diesem Grund waren wir überglücklich und happy wieder einmal alles richtig gemacht zu haben. Diese Tour war jetzt schon ein voller Erfolg.

Leider befindet sich der Wasserfall recht tief im Talkessel, sodass er schon frühzeitig nicht mehr von der Sonne angestrahlt wird. Dadurch gingen wir auch bereits frühzeitig, als alle gewünschten Bilder im Kasten waren, vom Fotografieren zum Genießen über. Wir wollten allerdings nicht schon wieder abreisen und so überlegten wir, wie der Rheinfall in der blauen Stunde am besten wirken könnte. Wir entschieden uns, die Position beizubehalten, da von oben das Gesamtbild mit Schloss Laufen, dem Wasserfall und der Strömung einfach genial wirkt. Während wir auf den Beginn der blauen Stunde warteten, ließen wir den hervorragenden Urlaubsbeginn Revue passieren.

Als nach und nach die Lichter der Stadt und des Schlosses angingen, bereiteten wir uns vor. Der Anblick zur blauen Stunde war immer noch sehr schön. Allerdings war die fotografische Umsetzung etwas schwieriger. Sehr viele Stelle blieben dunkel und nur wenig Licht erreichte sie. Dadurch besitzen die späteren Fotos nur wenig Zeichnung und ein Bildrauschen ist unvermeidbar. Auch eine längere Belichtung brachte nicht viel Verbesserung. Also versuchten wir einen Mittelweg, um den Anblick gebührend einzufangen. Wir waren uns nicht sicher, ob wie im Sommer, die gesamte Fallstufe beleuchtet wird und ob es überhaupt in unseren Augen wirkt. Als sich die blaue Stunde ihrem Ende zuneigte und die Beleuchtung immer noch dunkel war, packten wir unsere Sachen zusammen und liefen wieder hinunter zum Becken. Wir stoppten noch einmal kurz am oberen Wasserlauf, da Marco die zwei Anblicke gedanklich vergleichen wollte. Es war echt erstaunlich wie viel Wasser im Winter durch Schnee zurückgehalten wird. Als wir zurück auf der Promenade waren, ging dann auch die Beleuchtung des Rheinfalles an. Doch der Anblick überzeugte uns nicht wirklich und so liefen wir weiter in Richtung Auto. Gegen 19.00 Uhr traten wir dann die Rückfahrt nach Wildberg an.

Auf dem Heimweg konnten wir unser Glück mit dem Wetter der vergangenen Tage noch immer nicht so richtig begreifen. Die Freude war riesengroß und das Grinsen in unseren Gesichtern um so breiter. Das Glück mit dem Wetter musste natürlich ordentlich gefeiert werden und so tranken wir das ein oder andere Gläschen und gingen bestens gelaunt gegen 2.00 Uhr ins Bett. ;)

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Der nächste Morgen begann, wie erwartet, recht spät. Es regnete und leider war auch keine wirkliche Besserung in Sicht. Also checkten wir die Wetterdaten der nächsten Tage und beschlossen heute den geliebten Allerheiligen Wasserfall aufzusuchen. Genau für solche verregneten Tage waren Wasserfälle in tiefen engen Schluchten eingeplant. Auf Bildern bemerkt keiner, ob es ein sonniger oder verregneter Tag war. Gegen 13.00 Uhr starteten wir hoch motiviert und bestens gelaunt in Richtung Schwarzwaldhochstraße. Auf der Fahrt veränderte sich der Regen und unsere Augen begannen zu strahlen und leuchten. Je höher wir kamen um so mehr schneite es. Ab Freudenstadt fuhren wir durch dichten Schneefall und eine geschlossene Schneedecke. Stellenweiße lagen bereits wieder 15 Zentimeter Neuschnee. Überall in den Bäumen hingen schön tief die Wolkenfetzen bzw. der Nebel. Unsere Begeisterung kannte keine Grenzen, denn genau so haben wir uns den Urlaub gewünscht bzw. vorgestellt. Augenblicklich war der Wasserfall vergessen und die Spotsuche entlang der Hochstraße begann. An der Alexanderschanze, dem Beginn der B500, stoppten wir. Um uns herum dichtes Schneetreiben, wir standen mitten in den Wolken. Eigentlich total miserable Bedingungen und wir waren die zwei glücklichsten Menschen vor Ort. Ein echt genialer Moment im Nachhinein. :)

Auf dem Weg nach Allerheilligen konnten wir immer wieder in die einzelnen Täler schauen und waren begeistert. Die Täler bzw. Baumkronen im Vordergrund lagen tief in Wolkenfetzen und die gesamte Rheinebene erstrahlte im Sonnenschein. Ein echt kurioser Anblick. Um ungestört ein paar Aufnahmen zu fotografieren, hielten wir am Studentenfelsen, oberhalb der Allerheilligen Wasserfälle, an. Hier entstanden jetzt auch die schönsten und eindrucksvollsten Bilder. Im Tal standen die leicht angezuckerten Kiefern, während an ihren Kronen schnell ziehende Wolken vorbeihuschten. Dazu der sehr dramatische Himmel mit sehr vielen Strukturen und unterschiedlichen Farbnuancen, was dem Bild den letzten Schliff gab. Ein typisches winterliches Bild im Schwarzwald eben.

Als wir nun mit reichlich Verspätung am unteren Eingang des Wasserfalles ankamen, regnete es nur noch. Doch das störte uns nicht wirklich. Keine Menschenseele besuchte den Spot und so konnten wir wirklich ungestört fotografieren. Es war schön, wieder hier zu sein. Zu unserem Erstaunen floss mehr Wasser hinunter als im Sommer. Auch die Farbe des Gesteins war viel intensiver als im Vergleich zum letzten mal. Es wirkte fast wie Bernstein. Da die unterste Fallstufe die schönste bzw. fotogenste ist, suchten wir nicht lange, sondern packten unser Equipment aus. Georg nutzte wieder sein geliebtes Weitwinkelobjektiv und konnte so eindrucksvoll die Steine im Bachlauf mit dem Wasserfall in Szene setzen. Hierfür nutzte er wieder eine sehr tiefe Kameraposition mitten im Bachlauf. Georg wechselte auch öfters den Standort, um seine Bilder immer wieder zu variieren. Nach einiger Zeit waren seine Bilder im Kasten und er überglücklich. Damit nicht beide die gleichen Motive ablichten, suchte Marco was anderes. Ein wenig abseits des Wanderweges unterhalb der Fallstufe entdeckte er eine weitere Fallstufe. Diese ist nicht zugänglich, wirkte aber wunderschön, da ein großer moosbedeckter Baumstamm im Wasser lag. Also musste er unbedingt dort hinunter. Bekanntlich ist ja immer ein Weg, wo ein Wille ist. Nach einigen Anläufen schaffte er den Abstieg und gelangte an den gewünschten Spot im Bachlauf. Er baute schnell seine Kamera auf und legte los. Perfekt, das erdachte Bild war im Kasten. Als Marco zurückkam von seinem Abstecher fotografierte er noch ein paar Ansichten von der geliebten Fallstufe. Es gibt schließlich so viele tolle Blickwinkel und Details zu entdecken. Als der Regen immer mehr zu nahm und so wohl Klamotten als auch Ausrüstung klitschnass waren, schossen wir ein letztes Foto von uns vorm Wasserfall. Dies wird später in einem Internetartikel über uns veröffentlicht. Werbung muss auch mal sein.

Die Heimfahrt war ein reiner Genuss für uns. Der Anblick mit dem Schnee und tiefen Nebel in den Bäumen war einfach grandios, einfach Schwarzwald eben. Wir hielten noch einmal kurz am Studentenfelsen an und Georg hämmerte noch ein paar letzte Bilder mit dem Teleobjektiv durch und Marco fotografierte ihn dabei. Überwältigt von den Eindrücken fuhren wir im strömenden Regen gen Wildberg. Der gesamte Tag war ein unbegreifliches Erlebnis für uns. Im größten Sauwetter haben wir es geschafft geniale Fotos zu schießen.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen des Erholens. Die letzten Tage waren für uns sehr aufregend und erfolgreich, deshalb beschlossen wir wirklich mal nix zu unternehmen und zu entspannen. Also schliefen wir gemütlich aus, schauten ein paar Filme und am Abend kehrten wir das erste Mal im Schwarzwald in ein Gasthaus ein. Wir ließen uns die heimische Küche im Gasthaus "Zur Krone" schmecken und genossen die Entspannung. Es sei aber auch erwähnt, dass es den ganzen Tag ununterbrochen regnete. Der nächste Tag sollte dafür aber umso intensiver werden.

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Der Donnerstagmorgen begann für uns wieder sehr zeitig, denn der heutige Plan sah Großes vor. Um eindrucksvoll Burgen in Szene zu setzen, wollten wir knapp 350 Kilometer weit nach Rheinland Pfalz reisen. Das ausgemachte Ziel war die Moselregion und speziell die Burg Eltz bei Wierchem und die Reichsburg Cochem. Beide Burganlagen haben eine recht unterschiedliche Ausstrahlung und Wirkung auf den Betrachter. Als wir das erste Mal die Burg Eltz auf Fotos sahen, bemerkten wir schnell die eher mystische und geheimnissvolle Aura. Wir konnten uns die Burganlage im strahlenden Sonnenschein einfach nicht vorstellen. Sie wirkt an einem regnerischen Tag mit Nebel und dramatischem Himmel bzw. in der blauen Stunde für uns deutlich besser. Die Reichsburg Cochem hingegen ist das komplette Gegenteil. Aufgrund der Lage hoch oben über der Stadt Cochem wirkt die Burganlage im Sonnenschein, besonders in der goldenen Stunde. Diese Tatsache ergab für uns einen extrem straffen Zeitplan für den Sonnenaufgang an diesem Morgen. Die blaue Stunde wollten wir an der Burg Eltz verbringen. Im Anschluss mussten wir in Windeseile die 30 Kilometer weite Distanz zwischen den Burgen überbrücken, um die goldene Stunde an der Reichsburg Cochem festzuhalten. Theoretisch war dieser Zeitplan nicht zu schaffen. :) 

Als wir 2.00 Uhr in der früh in Wildberg starteten, regnete es in strömen. Eigentlich das ideale Wetter, um weiter zu schlafen. Aufgrund der großen Distanz von über 300 Kilometern versprach die Vorhersage und das Satellitenbild für Rheinland Pfalz bessere Bedingungen. Allerdings bestand ein gewisses Restrisiko, dass sich das Regengebiet nicht vollständig auflöste bzw. weiterzog in Richtung Südosten. Aber davon ließen wir uns nicht beirren und die Reise ging los. Als wir Mannheim passierten, stoppte mit einmal der Regen und in den Wolken war eine deutliche Abrisskante erkennbar. Von jetzt auf gleich änderte sich der Himmel von wolkenverhangen zu sternenklar. Die Freude bei uns darüber kann sich jeder bestimmt vorstellen. Nur vereinzelt waren noch kleinere Wolken erkennbar. Dieser Teil des Planes verlief schon einmal optimal.

Nach entspannter dreistündiger Fahrt erreichten wir viel zu früh Wierchem und den Parkplatz der Burg Eltz gegen 5.00 Uhr. Also mussten wir noch mindestens eine Stunde warten. Wir verspeisten in Ruhe die mitgebrachten Sandwiches und bereiteten die Ausrüstung vor. Zu unserem Erstaunen war es recht stürmisch vor Ort. Als die ersten Umrisse der umliegenden Bäume erkennbar wurden, liefen wir hinab in Richtung Burganlage. Der Weg führte uns etwa 15 Minuten lang recht steil bergab d. h., wir mussten auf dem Rückweg etwas mehr Zeit einplanen, die wir ja bekanntlich nicht hatten.

Tief verborgen in einem Seitental der Mosel liegt die mittelalterliche Ritterburg. Wir fragten uns wirklich warum die Burg an diesem Ort errichtet wurde. Für uns war der Grund zu erst nicht eindeutig erkennbar. Erst eine Recherche brachte Licht ins Dunkle. Die Burg Eltz entstand, zu unserem Erstaunen, in strategisch günstiger Lage. Sie wurde an einem Weg erbaut, der die Mosel, seit jeher eine der wichtigsten Handelsstraßen des Deutschen Reiches, mit der Eifel und dem fruchtbaren Maifeld verband. Ihre Historie ist reich an Mythen und Ereignissen und dennoch blieb sie über die Jahrhunderte stets unzerstört und zugleich im Familienbesitz. Heute ist sie ein beliebtes Reiseziel, um das mittelalterliche Flair authentisch und hautnah erleben zu können. Zudem gilt die Rüst- und Schatzkammer der Burg Eltz als eine der bedeutendsten ihrer Art in Europa. Sie beinhaltet kostbare Gold- und Silberschmiedearbeiten, Porzellan, Schmuck, Glas, Elfenbein, Münzen, Kuriosa und Waffen aus 850 Jahren Familienbesitz.

Als wir die Burg im Tal das erste Mal selbst erblickten, waren wir von dem Anblick begeistert. Die Burg Eltz stellt nicht ohne Grund durch ihre Architektur den Inbegriff für eine deutsche Ritterburg dar. Die Anlage und ihre Umgebung bilden eine harmonische Einheit. Sie liegt auf einem elliptischen, etwa 70 Meter hohem Felsen inmitten des Tals, an drei Seiten umflossen vom Elzbach. Die Erbauer orientierten sich bei der Architektur an den natürlichen Gegebenheiten. So entstanden die teilweise ungewöhnlichen Grundrisse der einzelnen Räume. Durch die zahlreichen Wohntürme, Erker, Dächer, Fachwerke und Spitzen gibt es so viele schöne Details zu entdecken. Von jeder Seite der Burg entstehen eindrucksvolle Motive. Ein wares Paradies für Fotografen.

Wir hielten uns nicht lange mit großen Reden auf, sondern begannen konzentriert und zügig zu fotografieren. Dabei arbeiteten wir uns vom Fuße der Burg beginnend den Wanderweg nach oben durch. Die blaue Stunde war an diesem Morgen perfekt für uns. Durch den doch kräftigen Wind zogen die einzelnen Wolken schnell am Himmel entlang. Durch eine Langzeitbelichtung ergab sich ein wunderbarer Look des Himmels. Immer wieder wechselten wir unsere Positionen, um so viele Eindrücke wie möglich einfangen zu können. Zwischen den einzelnen Belichtungen ergaben sich immer wieder Momente in denen wir den Anblick einfach nur Genießen konnten. Die Burg zeigte an diesem Morgen ihre zwei Seiten. Sie strahlt in gewissen Momenten etwas düsteres und mystisches aus, kann aber auch im Glanz der Sonne malerisch schön wirken. Als wir das obere Ende des Weges erreichten, warfen wir einen letzten Blick auf die Burganlage und liefen dann sehr zügig zum Auto.

Wir lagen zu diesem Zeitpunkt schon weit hinter unserem Zeitplan zurück. Doch hatten wir mal wieder großes Glück mit dem Wetter. Durch die vermehrten Wolken am Himmel verzögerte sich der Sonnenaufgang bzw. die goldene Stunde. Von den wundervollen Farben des Sonnenaufganges war an diesem Morgen gar nichts zu sehen. Wir fuhren also in größter Eile in Richtung Cochem zu unserem geplanten Standort. Mehr als 100 Meter über der Mosel erhebt sich majestätisch auf einem markanten Kegel das spätgotische Bauwerk mit seinem unvergleichlichen Umriss. Die äußere Kontur des aufragenden Berges scheint sich im Gebäude fortzusetzen und gipfelt im Schieferdach des wuchtigen Turmes. Die bauliche Beschaffenheit ordnet die Anlage in den Typus der Höhenburgen ein, die geländebedingt auf eine Rundumverteidigung eingestellt waren. Es wird allgemein angenommen, dass die Burg etwa um das Jahr 1000 erbaut wurde. Als im pfälzischen Erbfolgekrieg Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. (Sonnenkönig) in das Rhein- und Moselland eindrangen, wurde 1688 auch die Burg Cochem besetzt. Daraufhin wurde die Burg am 19. Mai 1689 in Brand gesteckt, unterminiert und gesprengt. In jenem Jahr fiel auch fast die ganze Stadt Cochem der Zerstörung der französischen Truppen zum Opfer. Die Burg blieb lange Zeit Ruine, bis 1868 der Berliner Kaufmann Louis Ravené das Grundstück für 300 Goldmark kaufte und die Burg wieder aufbauen ließ. Die Reste des spätgotischen Bauwerkes blieben fester Bestandteil der wieder errichteten Burg, die im neugotischen Stil erbaut, den romantischen Vorstellungen des 19. Jahrhunderts entsprach. Heute ist die Burg ein viel besuchtes Reiseziel für Touristen.

Wir wollten die Reichsburg von einem Weinberg gegenüber fotografieren. Dadurch wollten wir festhalten wie die Burganlage und darunter liegende Stadt Cochem durch die aufgehende Sonne angestrahlt wird. Wir erreichten den Spot etwa 15 Minuten nach dem Sonnenaufgang, aber genau zur richtigen Zeit. Gegen 7.30 Uhr schienen die ersten Sonnenstrahlen in der goldenen Stunde direkt in das Moseltal hinein. Die gesamten Burganlage und der dahinterliegende Berghang leuchteten in einem goldenen Licht, während am Himmel große Wolkenformationen sehr schnell entlang zogen. Es war einfach ein wunderbarer Anblick. Unser Timing war perfekt, denn wir hatten wirklich nur ein Zeitfenster von etwa 15 Minuten, in dem das Bild wirkte. Vorher und nachher erreichten kaum noch Sonnenstrahlen das Tal infolge der dichten Wolken am Himmel. Zu Beginn des Urlaubes hatten wir die Burg eigentlich gar nicht auf dem Schirm. Erst durch eine Recherche im Basislager entdeckten wir die Reichsburg. Zum Glück haben wir sie gefunden. Als alle gewünschten Bilder im Kasten waren, fiel von uns eine große Anspannung ab. Unser Plan ging auf, wir waren überglücklich und genossen jetzt in Ruhe den Anblick.

Unsere Spotliste war für den Tag aber noch nicht vollständig abgearbeitet. Ein Ziel hatten wir noch, die Geierlay Hängeseilbrücke in Mörsdorf. Die Brücke befand sich in unmittelbarer Nähe und wir interessierten uns für das Bauwerk. Auf der rund 30 minütigen Fahrt genossen wir ausgiebig die Schönheit des Moselgebietes. Es war echt atemberaubend die steilen Hänge, tiefen Täler und vielen Burgen zu sehen, die die Landschaft prägen. Es ist wahrhaft eine malerische und herrliche Kulisse, die von der Natur geschaffen wurde.

Die Hängeseilbrücke ist für uns Fotografen sehr ansprechend, da wir wunderbar mit Führungslinien und Symmetrien arbeiten können. Das Bauwerk wurde 2015 eröffnet und ist Deutschlands längste Hängeseilbrücke. Die Brücke hat eine Gesamtlänge von 360 Metern und gehört somit auch zu den längsten Hängeseilbrücken Europas. Die maximale Höhe über dem Boden beträgt knapp 100 Meter. Eigentlich war das Licht am Vormittag sehr unpassend für ansprechende Fotos. Da grelle Licht sehr Sonne sorgt dafür, das Bildbereiche ausbrennen und einfach nur weiß sind. Allerdings hatten wir wieder so viel dusel mit dem Wetter, dass wir schöne Fotos schossen konnten. Durch den starken Wind zogen immer wieder große prächtige Wolkenformationen über die Landschaft hinweg und sorgten dafür, dass die Sonne etwas abgeschwächt wurde. Georg zauberte eindrucksvolle Fotos und Marco genoss die Aussicht bzw. stand Modell. Die Windböen waren teilweise so stark, dass Georg Probleme beim Überqueren der Brücke hatte. Es war teilweise wirklich nicht ohne. Aber wir hatten sehr viel Spaß. Gegen Mittag traten wir dann geschafft, aber zufrieden die Heimreise an und ließen auch zurück im Basislager den Abend entspannt ausklingen.

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Am Freitag fuhren wir in den Süden Baden-Württembergs nach Pfullendorf. Marco wurde dort zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Das sonnige Wetter und die unmittelbare Nähe zum Bodensee mussten wir natürlich unbedingt nutzen. So entschieden wir, den bisher grandiosen Urlaub in Friedrichshafen ausklingen zu lassen. Zumal Georg auch bisher noch nie vor Ort war. Die Bundesstraße 31 entlang des Sees bot uns ein herrliches Panorama auf die schneebedeckten Alpengipfel. Die Lichtverhältnisse waren zur Mittagszeit mehr als ungünstig. Große Teile des Himmels brannten vollkommen aus. Es lag auch sehr viel Dunst in der Luft. Dennoch versuchten wir, im Hafen von Friedrichshafen das bestmögliche aus den Bildern zu kreieren. Vor uns lag ruhig der Bodensee, im Hintergrund sahen wir ein wunderschönes Alpenpanorama und die Wolken im Himmel besaßen sehr viele Strukturen. Durch die immer dichter werdende Wolkendecke schwächte sich allmählich das harte Licht der Sonne ab. Als wir uns zusätzlich von der Sonne abwanden und eher gen Südosten orientierten, konnten wir auch gute Fotos schießen. Gegen 15.00 Uhr traten wir dann sichtlich erschöpft die Heimreise gen Wildberg an. Wir mussten noch packen, da es morgen früh 2.00 Uhr nach Hause ging. Der Ausflug an den Bodensee war für uns ein guter Ausklang des intensiven Fotourlaubes. Als wir wieder zu Hause waren, mussten wir erst einmal in die Realität zurückkehren. Die Tage waren so intensiv, dass es sich anfühlte als würden wir aus einem Traum aufwachen. Während des Urlaubes lebten wir wirklich in einer anderen Welt bzw. lebten wir für unser Hobby.  Wir haben in den sieben Urlaubstagen sage und schreibe 3200 Kilometer verfahren. Andere würden dies nicht als Urlaub bezeichnen und für uns war dies einer der geilsten Urlaube überhaupt. Eigentlich alles, was wir uns vorgenommen hatten, klappte ohne Probleme. Wir waren an vielen tollen Spots und bestaunten wunderschöne Momente. Einzig das Schloss Neuschwanstein blieb unbesucht, aber dies folgt bald. ;) Wenn wir im Nachhinein über das Wetter nachdenken, müssen wir immer wieder schmunzeln. Wir durchlebten wirklich alles, vom strahlenden Sonnenschein hin zum strömenden Regen bzw. dichtem Schneefall. Erstaunlicherweise gelang es uns, im schlimmsten Wetter noch geniale Fotos zu schießen. Dieser Fotourlaub bleibt noch lange in Erinnerung und wird schwer zu toppen sein.

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