Rheinfall in Schaffhausen

Wir versuchen stets Fotourlaube als Team zu absolvieren. Dennoch verreisen wir übers Jahr auch gelegentlich getrennt. Natürlich nehmen wir immer die Kamera mit, den schöne bzw. einmalige Fotomotive ergeben sich überall, meist total unverhofft. Aus diesem Grund möchte euch heute Marco von seinem Ausflug zum Rheinfall nach Schaffhausen berichten. Viel Spaß beim Lesen! 

Vor geraumer Zeit berichtete mir mein Bruder, dass er vom Hohen Norden nach Baden Württemberg ziehen und seine neue Heimat der Schwarzwald wird. Als ich dies hörte, war ich sofort hellauf begeistert und als kleiner Bruder bot ich natürlich uneigennützig meine Hilfe beim Umzug an:). Als Landschaftsfotograf wird im Bezug auf einen Schwarzwaldtripp nicht zweimal überlegt ;). Als Dankeschön für meine Hilfe sollte ich mir einen frei wählbaren Tagesausflug aussuchen, ohne Kilometerbegrenzung. Dies klang für mich perfekt und die Suche begann. Nach langen Überlegen fiel meine Entscheidung auf den Rheinfall in Schaffhausen. Dieses imposante Naturschauspiel begeistert Georg und mich schon eine Weile. Bereits bei unserem Fotourlaub 2015 in den Schwarzwald zogen wir den Rheinfall als Spot in Betracht. Allerdings war für uns die Distanz am Ende zu groß. Doch diesmal spielten ja die Kilometer keine entscheidende Rolle. Also gab mein Bruder grünes Licht und fuhr mit mir am 17.08. die 150 Kilometer in die Schweiz.

 

Der Rheinfall Schaffhausen gehört neben den Sarpsfossen in Norwegen und dem Dettifoss auf Island zu den drei größten Wasserfällen in Europa. Zwei wichtige Faktoren führten zur Entstehung des Rheinfalls: Der Felsuntergrund, der viel älter ist als der Wasserfall selbst und die bedeutend jüngeren geologischen Vorgänge während des Eiszeitalters. Der ursprüngliche Rheinlauf wurde in der Vergangenheit zweimal verändert. Erst während der letzten Eiszeit, der sogenannten Würmeiszeit, wurde der Rhein im weiten Bogen gen Süden abgedrängt und erreichte oberhalb des Falles sein heutiges Bett auf hartem Malmkalk. Beim Übergang von den harten Malmkalken zur leicht abtragbaren, risszeitlichen Schotterrinne entstand der Rheinfall vor rund 15.000 Jahren. Die Rheinfallfelsen bilden die Überreste der ursprünglich steil abfallenden Kalksteinflanke. Da der Rheinfall zu den touristischen Attraktionen gehört, ist er hervorragend ausgeschildert und leicht zu finden. Bereits bei der Anfahrt bzw. Parkplatzsuche konnte ich einige Male von oben auf den Rheinfall schauen und war vom Anblick einfach nur begeistert. Sobald das Auto verlassen wird, ist das Dröhnen und Rauschen der Wassermassen allgegenwertig. Wir liefen dann recht zügig in das Tal hinunter und standen wenig später am Ufer des Rheinfalles bzw. dessen Beckens. Der Blick war einfach malerisch und gleichzeitig atemberaubend. Der Wasserfall stürzt über eine etwa 150 Meter breite Fallkante 23 Meter in die Tiefe. Im Sommer fließen durchschnittlich 600.000 Liter pro Sekunde den Rheinfall herunter. Hoch oben über dem Wasserfall erhebt sich auf der linken Seite die Burg Laufen. Ich ließ das Gesamtbild eine Weile auf mich wirken und packte danach mein Equipment aus: Kamera, Stativ und ND-Filter. Eigentlich war der Ausflug so geplant, dass wir kurz vor der Goldenen Stunde und dem Sonnenuntergang in Schaffhausen ankommen. Dies sollte eine wunderbare Lichtstimmung und Wolkenverfärbung gewährleisten. Allerdings war das Wetter an diesem Tag leider nicht allzu sommerlich schön. Wir bezeichnen solche Bedingungen gern als “Softboxwetter“. Der Himmel ist eher grau und wolkenverhangen, keine Sonnenstrahlen gelangen durch die Wolkendecke, wodurch auch keine schönen Lichtspiele in der Natur bzw. im Wasser entstehen. Außerdem besitzen die Wolken auch keine richtige Struktur, die in Szene gesetzt werden kann. Dennoch probierte ich mein Bestes, auch bei diesen Bedingungen schöne Motive zu finden und auf den Chip meiner Kamera zu verewigen.


Mein Bruder und ich liefen am Ufer entlang und gelangten über Treppen an den oberen Wasserlauf, dicht hinter der Felskante. Zwischendurch schoss ich immer wieder ein paar Fotos aus verschiedenen Blickwinkeln, bevorzugt Panoramaaufnahmen, um die volle Größe und Schönheit einzufangen. Am oberen Rheinlauf schweifte mein Blick über das Wasser hinüber zu den Felsen und weiter zur Burg. Diesen Blick musste ich sofort mit einigen Bildern festhalten. Egal wo ich stand, immer wieder ergaben sich interessante Blicke und Motive. 
Für mich war das Highlight die Bootsfahrt auf die Rheinfallfelsen. Dadurch konnte ich die reißenden Wassermassen hautnah erleben und stand quasi mitten in der Naturgewalt. Trocken übersteht keiner die Überfahrt, da der Wellengang und die Wassermenge einfach zu viel für die kleinen Touristenboote sind. Auch die Kapitäne haben ganz schön zu rudern, um nicht abgedrängt zu werden. Es war ein unvorstellbares Erlebnis oben auf dem Felsen zu stehen und unter einem die tosenden Wassermengen, die gegen den Felsen branden bzw. in die Tiefe stürzen, zu beobachten. Fotos entstanden auf dem Felsen nicht sehr viele, da einfach ein Großteil des Bildes stets in der Gischt verschwindet. Einige Videos lassen erahnen, was der Rheinfall für Kräfte besitzt. Ich habe bisher noch nichts Vergleichbares live erleben dürfen. Wieder zurück am Ufer genoss ich noch eine Weile den Anblick, ehe wir die Rückfahrt gen Deutschland antraten.

Auch wenn das Wetter nicht optimal war und dadurch nicht die erhofften Bilder entstanden, war es ein wunderbares Erlebnis, diese Naturgewalt mit eigenen Augen gesehen und erlebt zu haben. Ich war definitiv nicht zum letzten Mal in Schaffhausen.

Quelle: www.rheinfall.ch 

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